Grundschulempfehlung Baden Württemberg 2011:

Die Grundschulempfehlung ist in Baden Württemberg die erste Möglichkeit, um die gewünschte weiterführende Schule besuchen zu können.

Grundschulempfehlung Baden Württemberg - Regelungen:

Die Regelungen zur Grundschulempfehlung Baden Württemberg ergeben sich aus untergesetzlichem Recht:

Ziffer 3.1. VwV des Kultusministeriums Baden-Württemberg „Aufnahmeverfahren für die auf der Grundschule aufbauenden Schularten“:
 „Die Klassenkonferenz empfiehlt jedem Schüler die für ihn geeignete Schullaufbahn (Grundschulempfehlung). Bei der Erstellung der Grundschulempfehlung berücksichtigt die Klassenkonferenz das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers, die Art- und Ausprägung seiner Leistungen sowie seine bisherige Entwicklung. Wenn erforderlich, soll der Klassenkonferenz eine Aussprache des Klassenlehrers mit den Erziehungsberechtigten vorausgegangen sein. Über das Ergebnis der Aussprache berichtet der Klassenlehrer der Klassenkonferenz.“

Auf welcher Grundlage die Grundschulempfehlung Baden Württemberg ausgesprochen wird, ist in der Aufnahmeverordnung geregelt:

Grundschulempfehlung Baden Württemberg 2011 für die Realschule:

§ 4 Aufnahmeverordung Baden Württemberg - Anmeldezeugnis, Grundschulempfehlung
(3)   Voraussetzung für eine Empfehlung für die Realschule sind, daß

  1. der Schüler im Durchschnitt der Noten im Anmeldezeugnis in den Fächern Deutsch und Mathematik mindestens 3,0 erreicht hat und
  2. das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers, die Art und Ausprägung seiner schulischen Leistungen auch in den übrigen Fächern oder in den Fächerverbänden sowie seine bisherige Entwicklung erwarten lassen, daß er den Anforderungen der Realschule entsprechen wird.

Eine Empfehlung für die Realschule kann ausnahmsweise auch dann ausgesprochen werden, wenn der Schüler den Notendurchschnitt nach Nr. 1 nicht hat, jedoch die Voraussetzungen von Nr. 2 in besonderer Weise erfüllt sind.“

Grundschulempfehlung Baden Württemberg 2011 für das Gymnasium:

§ 4 Aufnahmeverordung Baden Württemberg - Anmeldezeugnis, Grundschulempfehlung(4) Voraussetzung für eine Empfehlung für das Gymnasium sind, daß

  1. der Schüler im Durchschnitt der Noten im Anmeldezeugnis in den Fächern Deutsch und Mathematik mindestens 2,5 erreicht hat und
  2. das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers, die Art und Ausprägung seiner schulischen Leistungen auch in den übrigen Fächern oder in den Fächerverbänden sowie seine bisherige Entwicklung erwarten lassen, daß er den Anforderungen des Gymnasiums entsprechen wird.

Eine Empfehlung für das Gymnasium kann ausnahmsweise auch dann ausgesprochen werden, wenn der Schüler den Notendurchschnitt nach Nr. 1 nicht hat, jedoch die Voraussetzungen von Nr. 2 in besonderer Weise erfüllt sind.

Nimmt man die tatbestandlichen Voraussetzungen auseinander, so ist zunächst festzuhalten, daß es mindestens 2 Möglichkeiten gibt, eine Grundschulempfehlung für die Realschule oder das Gymnasium zu erhalten:

Grundschulempfehlung Baden Württemberg durch Erreichen der erforderlichen Noten (Grundschulempfehlung und Notendurchschnitt):

Wenn der Schüler die unter § 4 Abs. 3 Nr. 1 bzw. § 4 Abs. 4 Nr. 1 Aufnahmeverordnung erforderlichen Noten im Fach Mathematik und Deutsch erreicht, so wird man ihm die entsprechende Grundschulempfehlung erteilen müssen.

Leider ist eine Tendenz erkennbar, daß dies in Baden-Württemberg nicht mehr einheitlich gehandhabt wird:

  • Zunächst waren Sachverhalte festzustellen, bei denen ein Schüler trotz eines Notendurchschnitts von 2,5 bzw. 3,0 keinen Zugang zum Gymnasium oder Realschule erhalten sollte.
  • Im Schuljahr 2009/2010 gab es auch erstmals Schulen, die darauf beharrten, Grundschulempfehlungen auch dann nicht auszusprechen, wenn der Notenschnitt besser als 2,5 (Gymnasium) bzw. besser als 2,4 (Realschule) war.

Ich halte diese Entwicklung für äußerst bedenklich, da Vertrauensschutz von Eltern hierdurch massiv untergraben wird.

Für weitere Informationen, eine Erstberatung oder die landesweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Grundschulempfehlung Baden Württemberg ohne das Erreichen der erforderlichen Noten:

§ 4 Abs. 3 Satz 2 und § 4 Abs. 3 Satz 2 Aufnahmeverordnung Baden Württemberg heben hervor, daß eine Grundschulempfehlung für die Realschule bzw. das Gymnasium ausnahmsweise auch dann ausgesprochen werden kann, wenn der Schüler den Notendurchschnitt nach Nr. 1 nicht hat, jedoch die Voraussetzungen von Nr. 2 in besonderer Weise erfüllt sind.

Wenn also das Lern- und Arbeitsverhalten des Schülers, die Art und Ausprägung seiner schulischen Leistungen auch in den übrigen Fächern oder in den Fächerverbänden sowie seine bisherige Entwicklung in besonderer Weise erfüllt werden und deshalb erwarten lassen, daß er den Anforderungen der Realschule bzw. des Gymnasiums entsprechen wird, so „kann“ man ihm ebenfalls die gewünschte Grundschulempfehlung erteilen.

Für weitere Informationen, eine Erstberatung oder die landesweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Grundschulempfehlung Baden-Württemberg 2011 - weitere Links:

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